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Für eine solidarische Impfkampagne, jetzt!

Trotz exponentiell steigender Inzidenzen, sich stetig weiter füllender Intensivstationen und einer hohen Sterberate wird in Kaiserslautern am Weihnachtsmarkt festgehalten und immer noch für den verkaufsoffenen Sonntag inklusive Schnäppchenjagd geworben.

Das Impfzentrum öffnet wieder und ein Impfbus kommt ab und an mal in die Stadt. Die Diskussion um eine von Oben angeordnete Impfpflicht ist im vollen Gange. Doch jetzt die Ungeimpften alleine für die momentane Situation verantwortlich zu machen, ist nicht angemessen. Beides scheint vor allem deshalb initiiert, um vom Versagen der Politik auf Bundes-, Landes-, aber auch auf kommunaler Ebene abzulenken.

Es stimmt. Viel zu viele sind ungeimpft. Die Impfrate sollte sehr viel höher liegen. Unter den Menschen, die sich bisher nicht haben impfen lassen sind die meisten aber keine Impfverweigerer, die sich in ihrer Haltung auf politisch reaktionäre oder esoterische Gedankengebilde beziehen. Viele wurden einfach nicht mitgenommen. Einige sind sozial so abgehängt, das sie abgeholt werden müssen.

Um diese Menschen zu erreichen muss das Impfen dort stattfinden, wo sie leben und ihren Alltag organisieren. Dazu braucht es dezentrale Impfteams. Warum keine Impfcontainer in der Fußgängerzone, auf Supermarktparkplätzen, in den sozialen Brennpunkten?

Wir brauchen jetzt eine solidarische Impfkampagne und Möglichkeiten, sich überall (zuhause und im öffentlichen Raum) kostenfrei testen zu können. Für eine Umsetzung braucht es nicht mehr und nicht weniger als den Willen und die Unterstützung der Landesregierung und der politisch Verantwortlichen vor Ort.

Der Slogan muss lauten: Impfen jetzt. Wir bringen Kaiserslautern über 90%