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Aus unserer Stadtratsfraktion: Empörung und Erstaunen über die Absage des Barbarockstar-Festivals – Ein Schlag ins Gesicht der Kulturszene Kaiserslauterns

Mit Erstaunen und Empörung haben wir die Nachricht von der Absage des „Barbarockstar-Festival ohne Rassismus mit Courage“, das von 27. bis 29.August auf dem Vorplatz des Rathauses stattfinden sollte, aufgenommen.

Das Land hätte für dieses Festival, das für viele Künstler*innen und Vereine ein Neustart nach den für die meisten unter ihnen schwierigen und existenzbedrohenden Zeiten des seit März 2020 fast durchgängig anhaltenden Lockdowns durch die Corona-Pandemie sein sollte, 128.000 € zur Verfügung gestellt. Der durch die Stadt zu finanzierende Eigenanteil betrug 17.000€. Die Werbung für die Veranstaltung war in vollem Gange, Karten wurden verkauft und sehr viele Menschen, die durch dieses Konzept mobilisiert wurden, waren mitten in den Vorbereitungen für diese Veranstaltung. Für sie ist die Absage ein Schlag ins Gesicht.

Es ist für uns einfach nicht nachvollziehbar, dass nun unter dem Vorwand neu zu überprüfender Sicherheitsvorkehrungen dies alles in die Tonne getreten wurde. Man kann durch die Tragödie, die die Hochwasserkatastrophe der letzten Woche in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen darstellte vieles rechtfertigen, aber keine Absage einer kulturellen Open Air-Veranstaltung. Starkregenereignisse gibt es schon seit längerer Zeit. Dies ist kein neues Phänomen. Auch Unfallszenarien, wie sie unser OB Klaus Weichel in einer nachgereichten Erklärung anführt hat, taugen nicht zur Absage einer so groß angelegten und lange vorbereiteten Kulturveranstaltung.

Carsten Ondreka, unser Bürgervertreter im Kulturaussschuss dazu: Als Veranstalter weiß ich, dass es immer Möglichkeiten gibt Veranstaltungen in Frage zu stellen, aber andererseits auch immer Lösungswege (inklusive Nachjustierungen in Punkto Sicherheit) diese zu genehmigen. Mit den von der Stadt und dem OB geäußerten Begründungen könnten weder alle Programmpunkte bei Open Air-Veranstaltungen wie "Alles muss Raus" noch beim Altstadtfest etc. genehmigt und durchgeführt werden. Der Verweis auf Starkwetterereignisse ist schon deshalb irreführend, da mit einer solchen Begründung jedwede Open Air-Veranstaltung in den Sommermonaten zur Disposition gestellt werden müsste.“

Ein weiteres Argument, das uns auf Nachfrage bei der Pressestelle der Stadtverwaltung mitgeteilt wurde ist, dass die momentan steigenden Inzidenzzahlen zwangsläufig zu einer Absage des Festivals geführt hätten. Wir bezweifeln dies, da sich dies nicht aus den Vorgaben der Landesregierung ableiten lässt. Der Fakt, das dieses Wochenende trotz genau dieser Kennzahlen ein FCK-Spiel vor 15.000 Zuschauern per Sondergenehmigung stattfinden kann zeigt, wo hier die Prioritäten gesetzt werden.

Wir haben den Eindruck, dass der vorauseilende Gehorsam gegenüber der ADD in Bezug auf die Finanzierung des Eigenanteils, ohne den von dieser noch nicht genehmigten Haushalt der eigentliche Grund für die Absage des Festivals ist. Unser Oberbürgermeister Klaus Weichel scheint, wie schon in der Auseinandersetzung um den nichtgenehmigten Haushalt, in erster Linie die Interessen der ADD zu vertreten und nicht jene der Bevölkerung Kaiserslauterns, obwohl er von Letzteren ins Amt gewählt wurde.

Der jetzige Schritt, sowie die Kürzungen der Mittel für die nichtsubventionierte Kulturszene von 100.000€ auf 20.000€ zeigen den Stellenwert den Künstler*innen außerhalb der institutionalisierten Kultur von OB Klaus Weichel und der Mehrheit im Stadtrat entgegen gebracht wird.
 

Wir werden und weiterhin gegen das Kaputtsparen und die Zerstörung der vielfältigen und bunten Kulturszene in Kaiserslautern stemmen. Ohne Kultur ist alles nichts.
 

Für die Fraktion DIE LINKE im Stadtrat
Carsten Ondreka