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Foto: privat/lizenzfrei

Der Abriss des Hussong-Baus – Eine Schande für Kaiserslautern

Der Abriss der von Hermann Hussong 1912 als Architekt und Stadtplaner erbauten Sanitätskolonne des DRK ist ein Akt der baukulturellen Barbarei. Noch bevor überhaupt erste Gespräche für einen Erhalt des noch bestehenden historischen Gebäudeensembles stattfinden konnten, werden vollendete Tatsachen geschaffen.

Dabei haben neben einer großen Mehrheit des Stadtrates, Professor Matthias Schirren und Dr.-Ing. Tom Fischer von der Universität Kaiserslautern, dem Gestaltungsbeirat (Professor Wachten und Professor Wittfoht) nun auch die städtische Bau-AG ihre Unterstützung für einen Erhalt zugesagt. Gemeinsam wäre es möglich gewesen, eine für alle Beteiligten gangbare Lösung zu finden, um die historischen Bauten zu retten. Vorschläge und Ideen wurden nahezu täglich von den bereits genannten Personen, Fraktionen und Initiativen, aber auch von vielen Bürgerinnen und Bürgern vorgetragen. Nicht gesprächsbereit waren leider der DRK-Kreisverband, Oberbürgermeister Klaus Weichel und der Bauherr IWG mbH. Die Innovative Wohnbaugesellschaft (IWG) scheint nur dann innovativ zu sein, wenn es um ihren eigenen Profit geht.

Den ältesten Hussongbau der Stadt durch einen billigen Plattenbau zu ersetzen, ist eine Schande für Kaiserslautern. Der Oberbürgermeister hätte sich in seiner letzten Amtszeit als Retter des baukulturellen Erbes unserer Stadt erweisen können, er wird nun als dessen Zerstörer in die Annalen eingehen.

Neben der historischen und baukulturellen Ignoranz, die hinter dem Abriss steht (und leider in unserer Stadt eine traurige Tradition hat), ist dies auch ein Akt der Missachtung des Stadtrates. Das Gesprächsangebot und den Willen einer großen Mehrheit des Stadtrates zu missachten, ist ein Affront gegenüber den gewählten Vertreter*innen und der demokratischen Stadtgesellschaft. Der Hussongbau hat zwei Weltkriege überlebt, aber nicht die Ignoranz des Oberbürgermeisters, des DRK-Kreisverbandes und der IWG. Dies muss Konsequenzen für die zukünftige Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen haben.

 

Stefan Glander
für die Fraktion DIE LINKE im Stadtrat KL