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Carsten Ondreka

EINE INTERNATIONALE SCHULE FÜR KAISERSLAUTERN? ES GIBT BESSERES ZU TUN

 

 

Seit im August diesen Jahres das Bundesvermögensamt der Stadt Kaiserslautern das Angebot unterbreitet hat das Kreiswehrersatzamt zum halben Preis zu erwerben geistert mal wieder die nicht nur bildungspolitisch unsinnige Idee durch den Raum dieses Gebäude für die Schweizer Privatfirma Seelab AG zu erwerben, die dort eine Private Eliteschule eröffnen soll.

Der Oberbürgermeister, sowie andere dem Neoliberalismus nahestehende Parteien und Organisationen feiern diese sogenannte Internationale Schule als Standortfaktor und Eintrittskarte für die Ansiedlung international operierender Wirtschaftsbetriebe. Die CDU geht sogar soweit aus der bekannterweise leeren Stadtkasse das Kreiswehrersatzamt zum vollen Preis zu erwerben um eine, auf die mit dem 50%-Angebot verbundene lästige Festlegung auf eine 10jährige öffentliche Zweckbindung zu umgehen. Dies wird allen Ernstes zur Zeit geprüft.

Zur Erinnerung: Diese Internationale Schule verlangt von ihrer ausgewählten Kundschaft Schulgelder von mindestens 13000 Euro jährlich und bietet dafür noch nicht einmal einen Zugang zu einem in Deutschland geltenden Abitur an. Deshalb ist ja auch eine Summierung der Schule unter einer öffentlichen Zweckbindung von vornherein auszuschließen. Als Kunden für diesen Schultyp kommen also nur Extremgutverdiener in Frage, die mehr oder minder auf der Durchreise sind, da deren Kinder (und dies ist der eigentliche Vorteil dieses Schultyps) in vielen anderen Ländern direkt weiterbeschult werden können. Weiter konnten die Befürworter einer Ansiedlung bisher nichts vorlegen, was die Auslastung des Schultyps in Kaiserslautern belegt und um welche Kundschaft es sich eigentlich handelt. Die konkretesten Äußerungen hierzu kamen bisher aus Landstuhl. Die Stadt hatte sich im letzten Jahr auch für eine Ansiedlung ins Gespräch gebracht. Der dortige Stadtbürgermeister sprach in einem Rheinpfalz-Artikel vom März 2015 von einem großen Interesse aus dem NATO-Umfeld. Das ist in Anbetracht der oben genannten Kundenausrichtung naheliegend. Was ein solches Interesse mit auf wirtschaftlicher Entwicklung fußenden Argumenten der politischen Akteure hier in Kaiserslautern zu tun hat ist daher nicht wirklich nachvollziehbar.

Abgesehen davon, das es sich bei der Internationalen Schule um eine nur als reaktionär zu bezeichnendes, auf Elitebildung und Exklusion ausgerichtetes Bildungsinstitut handelt gibt es also keinerlei Grundlage warum eine hochverschuldete Stadt wie Kaiserslautern Steuergelder dafür aufwenden soll die Bildung von finanziell äußerst komfortabel ausgestatteten Eliten zu ermöglichen. Es stellt sich hier die Frage, warum die Trägerin dieser Schule sich nicht ein eigenes Gebäude auf den freien Immobilienmarkt besorgt.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Wir sind durchaus dafür, gerade unter den vom Bundesvermögensamt dargestellten Bedingungen, die Immobilie Kreiswehrersatzamt zu erwerben. In Anbetracht der Herausforderungen die mit der Integration der in Kaiserslautern angelandeten Flüchtlinge verbunden sind, wäre z.B. die Schaffung einer soziokulturellen Einrichtung wie eines städtischen Begegnungszentrums mit gut ausgestatteten Räumen für Deutschkurse, die Weiter- bzw. Ausbildung von Geflüchteten sowie Räume für den kulturellen Austausch dringend geboten. In Kaiserslautern gibt es viele ehrenamtlich agierende Gruppen, sowie Menschen aus der freien Kulturszene die in der Lage sind aus den gegebenen Möglichkeiten etwas zu schaffen was mehr Internationale Schule beinhaltet als elitäre Privatschulen je leisten können.

Die zweite Hälfte des Gebäudepreises, den manche CDU-Mitglieder bereit sind draufzulegen kann man sich dann sparen, oder besser noch für die Ausstattung und den Betrieb eines soziokulturellen Internationalen Zentrums nutzen.

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